Spezialweine

Champagner_03 Portwein_03 Oloroso_Flasche_01

Cham­pa­gner, Port und Sherry haben eines gemein­sam: Sie ver­dan­ken ihre Ent­ste­hung beson­de­ren Umstän­den oder dem Zufall. Beim Port waren die beson­de­ren Umstände der Spa­ni­sche Erb­fol­ge­krieg, beim Sherry ein Ver­bre­chen: der Raub­über­fall Sir Fran­cis Dra­kes auf Cádiz. Beim Cham­pa­gner spiel­ten Zufälle eine Rolle, etwa der, daß die Ent­de­ckung der Per­len in Frank­reich und des druck­sta­bi­len Gla­ses in Eng­land nahezu gleich­zei­tig erfolg­ten. Der Sie­ges­zug des Cham­pa­gners begann.

Madame Lily Bol­lin­ger ant­wor­tete ein­mal einem Repor­ter auf die Frage, zu wel­chen Gele­gen­hei­ten sie Cham­pa­gner trinke: „Ich trinke ihn, wenn ich glück­lich bin, und ich trinke ihn auch, wenn ich trau­rig bin. Manch­mal trinke ich ihn, wenn ich allein bin. In Gesell­schaft trinke ich ihn sowieso. Selbst wenn ich kei­nen Appe­tit habe, nehme ich gern ein Gläs­chen zu mir. Und wenn ich Appe­tit habe, greife ich natür­lich auch zu ihm. Aber sonst rühre ich ihn nicht an – außer wenn ich durs­tig bin.“ Viele taten und tun es der gro­ßen, alten Dame gleich. Nur ein paar Eng­län­der fan­den Cham­pa­gner zeit­weise deka­dent: „Ver­schmäh’ den Cham­pa­gner und trinke hin­fort, am hei­mi­schen Herd den beschei­de­nen Port.“ Aber das ist Geschichte. Heute trin­ken sie bei­des – und Sherry ebenso.