Es gibt zwei Arten von Weinfehlern: echte und eingebildete. Der hÀufigste echte Weinfehler ist der Korkschmecker. Hinter eingebildeten Weinfehlern verbergen sich oft ungewohnte Weinaromen, die der Konsument als fremdartig empfindet und intuitiv ablehnt. |
Im deutschen Sprachraum wird ein Weinfehler mit dem Wort Böckser bezeichnet. Dieser Ausdruck umfaĂt eine Vielzahl von Weinfehlern: bleibende und vorĂŒbergehende, manchmal aber auch nur vermeintliche. Typische Weinfehler sind das Schwefelwasserstoff-Bouquet (“Merkaptanböckser”), ein stinkendes GĂ€rbouquet (“Mistböckser”) oder das berĂŒchtigte MĂ€useln (“Hefeböckser”), bei dem der Wein einen unangenehmen, schalen Nachklang nach dem Schlucken hat. Alle diese Böckser sind vorĂŒbergehende Unreinheiten, die gelegentlich bei jungen, reduktiv ausgebauten und möglicherweise vor der FĂŒllung zu wenig belĂŒfteten Weinen auftreten. In der Regel klingen sie jedoch ab, wenn der Wein eine Zeitlang Luftkontakt hat. Darum gilt:
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Bleibende Weinfehler Gravierender sind Schwefelböckser, die ihre Ursache in zu hohen Schwefelgaben haben. Sie machen sich durch einen stechenden, leicht prikelnde Empfindung im hinteren Nasenbereich bemerkbar. Freies Schwefeldioxid wird nur sehr langsam gebunden. Es macht sich besonders in stark sĂ€urehaltigen Weinen bemerkbar. AuĂerdem gibt es eine Reihe von Geruchsanomalien, die nur schwer oder gar nicht aus dem Wein verschwinden. Dazu gehören Mufftöne, die durch Lagerung in unhygienischen HolzfĂ€ssern entstehen; Geranientöne, die durch Bakterien wĂ€hrend und nach GĂ€rung hervorgerufen werden. Sie sollten allerdings vom Kellermeister rechtzeitig erkannt und vor der FĂŒllung beseitigt werden. |
FlĂŒchtige SĂ€ure Ein hĂ€ufig bei schweren, alkoholreichen Weinen vorkommender Geruchsfehler, der vor allem auf eine zu hohe Menge an EssigsĂ€ure beziehungsweise Ăthylacetat im Wein zurĂŒckzufĂŒhren ist. Im Bouquet des Weins lĂ€Ăt sich dann ein typischer Nagellackgeruch ausmachen (eine geringe Menge EssigsĂ€ure ist in jedem Wein enthalten, sie sollte nur nicht den Wert 1,5 Gramm pro Liter ĂŒberschreiten). EssigsĂ€ure wird von Essigbakterien produziert. Sie lassen Sauerstoff und Alkohol miteinander reagieren. Bei Rotweinen und bei Chardonnay aus warmen Anbaugebieten und in guten Jahren treten vermehrt flĂŒchtige SĂ€uren im Bouquet auf. Auch edelsĂŒĂe weine sind fĂŒr einen hohen EssigsĂ€uregehalt prĂ€destiniert. Allerdings wird flĂŒchtige SĂ€ure nicht von allen Konsumenten als störend empfunden. Bei bestimmten Weinen, etwa dem Unico von Vega Sicilia, schien flĂŒchtige SĂ€ure jahrelang fast ein QualitĂ€tsmerkmal zu sein. |
Korkschmecker
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